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Samstag, 21. Oktober 2017

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Gänsfüßer

 

Der Gänsfüßer ist eine alte rote Rebsorte, die vermutlich aus Südeuropa stammt. Sie war vor rund 500 Jahren die berühmteste Rebsorte der Pfalz. Der Name „Gänsfüßer“ leitet sich von der speziellen Blattform ab, den großen, tief fünflappig gebuchteten Blättern, die dem Fuß einer Gans ähneln. Synonyme sind Bockshorn, Buchser, Erlenbacher und Großrote.

Der Gänsfüßer ist eine sehr stark wachsende Rebe, die fast baumartig wirkt. Seine Triebspitzen sind kahl, glänzend grün und haben einen leicht bronzierten Schimmer. Die Blätter der Rebe sind sehr groß und derb. Auch die Trauben sind sehr groß, lang und locker hängend. Die Schalen der Traubenbeeren sind sehr dünn und bestechen durch ihre dunkelblaue bis graublaue Farbe.

Die Gänsfüßer-Rebe findet man auch in Österreich und in Südtirol. Sie eignet sich relativ schlecht zum Anbau im Weinberg, da sie sehr viel Platz in Anspruch nimmt, damit genug Trauben an ihr reifen können. Jedoch beeindrucken die entstehenden Weine durch ihre dunkelrote Farbe und eine besonders gute Lagerfähigkeit.

Auch der pfälzische Kurfürst Johann Casimir schien offenbar ein großer Liebhaber des in der Jugend von fruchtiger Säure geprägten Weins gewesen zu sein. Auf ihn geht der erste deutsche Rebsortenerlass vom 15. Juli 1584 zurück, nach dem kein Weinberg mit Gänsfüßer ausgehauen werden durfte, ohne einen neuen damit zu bepflanzen.

Trotzdem verschwand die Sorte wegen ihres sehr starken Wuchses und der unsicheren Erträge aus den Weinbergen. Als Hausrebe ziert der Gänsfüßer noch heute Häuser und Höfe. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz in Neustadt an der Weinstraße bemüht sich um die Erhaltung dieser historisch wertvollen, spätreifenden Sorte.

 

Gabi Klein

 

Pfälzische Weinkönigin