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Montag, 25. September 2017

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Spucknapf

 

Wer sich die Anzahl der Proben auf einer Weinmesse ansieht, fragt sich, wie er aufgrund der Menge des vorhandenen Alkohols jeden Wein kosten kann. Doch in solchen Fällen gibt es eine unersetzliche Erfindung: den Spucknapf. Er gibt einem schlicht und einfach die Gelegenheit, den Wein, den man im Glas hat, auszuschütten. Er gibt einem zudem die Gelegenheit, den Wein, dessen Aroma und Mundgefühl man schon wahrgenommen hat, wieder auszuspucken. Dieses Vorgehen klingt im ersten Moment eklig, doch in der Weinwelt ist es durchaus anerkannt, sogar vorausgesetzt. Befinden Sie sich also einmal auf einer Weinprobe, an der kein Gefäß zum Ausspucken eingedeckt ist, so können Sie schon fast davon ausgehen, dass es sich um eine weniger professionelle Probe handelt.

Leider kann man den Spucknapf nicht als Freischein für unendlichen Weingenuss sehen. Unsere Schleimhäute, auch die im Mund, sind fähig, Alkohol aufzunehmen und in den Körper zu transportieren, außerdem „verschluckt“ man durch Verdunstung doch noch ein wenig von dem Wein. Man kann dabei ungefähr rechnen, dass 50 verkostete (und anschließend ausgespuckte) Weine einem Achtel Liter normal getrunkenem Wein entsprechen.

Oft hört man, der gute Wein sei viel zu schade zum Ausspucken. Das Spucken kommt aber nur zum Einsatz, wenn man mehrere Weine probieren und vergleichen möchte. In diesem Fall wäre ohne Spucken nach einigen Proben der gute Wein zum Verkosten ohnehin zu schade, weil man dann oft nicht mehr in der Verfassung ist, ihn noch so wahrzunehmen, wie er es verdient hat.

 

Patricia Frank

 

Pfälzische Weinkönigin