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Samstag, 21. Oktober 2017

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Französisches Paradoxon

 

Die Weinkultur in den USA erlebt im 20 Jahrhundert eine wechselhafte Geschichte. Von 1919/20 bis 1933 herrscht die Prohibition, also das absolute Alkoholverbot und das Verbot, Weine herzustellen sowie in Verkehr zu bringen. Eine tragische Geschichte.

Nachdem dann jedoch die Weinbranche in den 1960er- und 1970er-Jahren wieder an Fahrt gewonnen hatte, drohte in den 1990 Jahren ein neues, dem Wein schadendes Übel: Auf dem Höhepunkt der Fitnesswelle wurde versucht, mit gesundheitlichen Argumenten den zaghaft steigenden Weinkonsum wieder einzudämmen. Am 5. November 1995 wurde im Rahmen der CBS-Fernsehreihe „Sixty Minutes“ ein Bericht über die Essgewohnheiten der Franzosen ausgestrahlt. Dieser zeigte, dass in der Grand Nation Frankreich wesentlich mehr und schwerer gegessen wird, gleichzeitig aber erheblich weniger Menschen an Koronarerkrankungen sterben als in den USA. Des Rätsels Lösung: Franzosen trinken mehr Wein, insbesondere Rotwein.

Seither wurden in den USA und darüber hinaus mehr als 100 wissenschaftliche Studien veröffentlicht, deren Resultate die These der Fernsehreihe stützen. Vom möglichen Weinverbot sprach in den USA bald niemand mehr. Stattdessen wurde Wein zum Lifestylegetränk Nummer eins. Das Französische Pradoxon ist nur ein Beispiel für den nachweislichen Zusammenhang von Wein und Gesundheit. Hätte man die Serie „Sixty Minutes“ über die Pfälzer Ess- und Trinkgewohnheiten gedreht, wäre das Resultat wahrscheinlich nicht anders ausgefallen… Na dann: Zum Wohl!

 

Susanne Winterling

 

Pfälzische Weinkönigin