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Montag, 25. September 2017

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Oechslegrade (· Oe)

 

Oechslegrade sind Maßeinheiten zur Messung der Dichte von Traubensaft. Bestimmt wird die Dichte mit Hilfe einer so genannten Oechslewaage oder eines Refraktometers.

 

Das Mostgewicht, ausgedrückt in Grad Oechsle, steht für den Gesamtextraktgehalt des Mostes. Vereinfacht kann man sagen: Das Mostgewicht gibt an, um wie viel Gramm ein Liter Most schwerer ist als ein Liter Wasser.

 

Bei einem Mostgewicht von 90· Oe wiegt ein Liter Most 90 Gramm mehr als ein Liter Wasser. „Gewogen" wird der natürliche Zuckeranteil zusammen mit anderen für die spätere Weinqualität wichtigen Inhaltsstoffen, wobei der Zuckeranteil weitaus überwiegt.

 

Je besser die Trauben am Rebstock gereift sind, umso höher ist der Zuckeranteil und damit auch das Mostgewicht (· Oe). Für den Winzer ist dies ein ganz wichtiger Indikator für die Qualität des Traubensaftes und für die spätere Güteklasse des Weines.

Mit Hilfe von Oechslegraden (Mindestmostgewichte) werden im Deutschen Weingesetz die verschiedenen Qualitätsstufen festgelegt.

 

So benötigt man etwa für Beerenauslese 120· Oe. Bis vor 30 Jahren wurden die Oechsle von den Winzern ausschließlich mit der Oechslewaage bestimmt. Diese Oechslemessung geht auf den Pforzheimer Apotheker und Goldschmied Christian Ferdinand Oechsle (1774 - 1852) zurück.

 

Heute werden die Oechsle mit dem Refraktometer nach dem Prinzip der Lichtbrechung bestimmt. Das Gerät gleicht einem Minifernrohr und ist mit einem Prisma und einem Okular ausgestattet. Auf das Prisma wird ein Tropfen Most aufgebracht. Dann können über das Okular die Oechslegrade abgelesen werden. So kann der Winzer auch den Reifezustand seiner Trauben im gesamten Weinberg einfach feststellen und besser und schneller entscheiden, wann die Trauben zum Ernten reif sind.

 

Katja Schweder, Pfälzische Weinkönigin 2005/2006