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Donnerstag, 21. September 2017

16°C

UTA

 

Ein typischer Weißweinfehler verbirgt sich hinter dieser Abkürzung: der untypische Alterungston, kurz UTA genannt. Ein UTA kann verschiedene Ursachen haben, die häufigste ist eine zu starke Belastung des Rebstocks, zum Beispiel durch einen zu heißen oder zu trockenen Standort und dadurch Wasserstress oder auch eine schlechte Nährstoffversorgung vor allem mit Stickstoff sein.

Chemisch gesehen löst der Stoff 2-Acetaminophenon, der durch Zersetzung des Pflanzenhormons Indolessigsäure entsteht, den Fehlton aus. Genau dieses Hormon wird besonders in Stresssituationen verstärkt in den Beeren eingelagert. Bei Rotwein wird die Zersetzung zu Indolessigsäure durch die Tannine eingeschränkt, weshalb der Fehler dort nicht auftaucht. So ist die Entstehung des UTA geklärt. Doch wie macht er sich bemerkbar?

Umschrieben wird der UTA mit unzähligen Begriffen. Von Akazienblüte über Mottenkugeln oder Möbelpolitur bis zum nassen Waschlappen. Grundsätzlich lässt er sich aber anhand eines extremen Geruchs erkennen. Dieser wirkt sehr süß, meistens schon aufdringlich und künstlich. Von dem eigentlichen Aroma des Weines ist kaum noch etwas zu erkennen.

Der untypische Alterungston hat sich in den vergangenen Jahren in Mitteleuropa zu dem häufigsten Ablehnungsgrund bei der Qualitätsweinprüfung etabliert und verursacht daher einen großen wirtschaftlichen Schaden, zumal man ihm nur vorbeugen, ihn aber nicht direkt bekämpfen kann. In südlicheren Ländern taucht der Ton auch auf, dort versteht man ihn allerdings nicht als Fehler, sondern als Terroir.

 

Patricia Frank

 

Pfälzische Weinkönigin