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TV & Kino

00-Sex in Action: »Atomic Blonde« mit Charlize Theron

Voll in Aktion: Zur Not verprügelt Lorraine (Charlize Theron) westdeutsche Polizisten in Strapsen und mit Gartenschlauch.

Voll in Aktion: Zur Not verprügelt Lorraine (Charlize Theron) westdeutsche Polizisten in Strapsen und mit Gartenschlauch. (Foto: Jonathan Prime/Focus Features/Universal/frei)

Immer mit vollem Körpereinsatz: Agentin Lorraine (Charlize Theron) braucht Informationen von der Französin Sandrine (Sofia Boutella, rechts).

Immer mit vollem Körpereinsatz: Agentin Lorraine (Charlize Theron) braucht Informationen von der Französin Sandrine (Sofia Boutella, rechts). (Foto: Jonathan Prime/Focus Features/Universal/frei)

Es stimmt schon. In ihrer neuen Rolle als MI6-Agentin hat Charlize Theron durchaus Gemeinsamkeiten mit James Bond.

Sie sieht gut aus und wenn es darauf ankommt, ist sie mit vollem Körpereinsatz bei der Sache – ob im Kampf gegen Bösewichte oder im Bett. Doch fehlt es ihr drehbuchbedingt in diesem Actionthriller an der Leichtigkeit und Eleganz des britischen Gentleman-Agenten im Dienste Ihrer Majestät. Als Top-Agentin Lorraine Broughton tritt sie in High Heels und mit harten Fäusten an, fightet sich als wahre Kampfmaschine durch den überschaubaren Plot. Dafür hat ihr Regisseur David Leitch einiges an physischer Tortur abverlangt. Kein Wunder, hat er doch selbst Stuntman-Erfahrung und weiß, was er von seinen Leuten erwarten kann.

 

Angesiedelt ist die Geschichte im Berlin des Jahres 1989 als die Mauer fiel und die westlichen Geheimdienste sich mit dem KGB eine erbitterte Schlacht im Untergrund lieferten, einen eiskalten Krieg. Irgendwo in der Stadt soll eine Liste mit den Klarnamen von Spionen beider Seiten existieren, die für die aufgeführten Personen tödlich sein kann, wenn sie in die falschen Hände gerät. Die britische Agentin Broughton wird auf diese Liste angesetzt. Sie soll sie unter allen Umständen in ihre Hand bekommen und ganz nebenbei einen gefährlichen Doppelagenten aufspüren und ausschalten. Dabei bleibt aber noch Zeit für ein intimes Tete-a-Tete mit der verführerischen französischen Agentin Delphine (Sofia Boutella), das sie in Bond-Manier bewältigt, wobei allerdings 007 niemals durch homoerotische Neigungen aufgefallen ist.

 

Regisseur David Leitch zieht alle Register, lässt seine Hauptperson mit hohen Absätzen reihenweise DDR-Vopos und KGBler niedermachen oder auch in Strapsen deutsche Polizisten mit einem Gartenschlauch verprügeln. Dazu wummert der Sound der 1980-er durchs Kino, von New Order, Falco, David Bowie und Nena, die mit ihren „99 Luftballons“ eine Keilerei untermalt. In Nebenrollen sind Til Schweiger und Barbara Sukowa zu sehen, die als schräge Typen ihren Auftritt haben. Nein, zu einem Bond-Film reicht es für diese 00-Sex-Agentin nicht, auch nicht zu einem „Der Spion, der aus der Kälte kam“ von John-Le-Carré mit seiner ergreifenden Spannung und den geschliffenen Dialogen, aber dafür zu solidem Action-Kino mit einer körperlich top-fitten Charlize Theron. | bem

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