Der "Bob" ist der Außenschwung am unteren Ende des Schutzblechs am Vorderrad von Motorrädern, die in den 1940er und 1950er Jahren in den USA meist von Harley-Davidson stammten. Damals gab es zwei Möglichkeiten, wenn ein Motorrad-Schrauber sein Motorrad schneller machen wollte. Entweder mehr Leistung durch Motor-Tuning hervorkitzeln, oder es abspecken, erleichtern. Denn weniger Gewicht bringt auch mehr Tempo.
So wurde dann das serienmäßige Schutzblech des Vorderrads über dem Hinterrad montiert, das vordere Schutzblech blieb einfach weg. Die Motorräder hatten dann am Heck den "bob" - und hießen deshalb Bobber. Nebeneffekt: Das Aussehen des Motorrads wird verändert, in den Augen mancher Biker gar deutlich verbessert: Die Optik von Straßenmotorrädern nähert sich so der von typischen amerikanische Rennmaschinen, wie Boardtrack-Racern oder Hillclimber, an. Solche Bikes werden übrigens auch Bobchops genannt.
Zurück nach Niederstotzingen, dem Firmensitz von "Knockout-Bikes". Von hier aus soll der Bobber 1, das europaweit vielleicht einzige Old-School-Bike seiner Art mit EU-Zulassung, den deutschen Markt aufrollen. Erster Pluspunkt: Das Bike fällt auf, es ist ein echter Hingucker.
2790 Euro werden als Kaufpreis aufgerufen. Da muss doch ein Haken sein. Ja. Dem Ding fehlt der zweite Zylinder, und einiges an Hubraum. Der Einzylinder holt aus einem 125 ccm-Einzylinder-Viertakter 6,8 kW (rund 10 Pferdestärken) und bringt es damit auf das Landstraßen-Tempo von 100 km/h. Zwei bis drei Liter Sprit soll das Bike auf 100 Kilometer Fahrstrecke verbrauchen.
Rund 110 Kilogramm wiegt das Gefährt, rund 150 Kilo Zuladung sind erlaubt. Das kann mit zwei Personen schon knapp werden. In Schwarz, Rot und Blau ist das Retro-Motorrädchen zu haben, das Niederstotzingen mit Milwaukee verbindet.
Von Gerhard Prien




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