| Donnerstag, 29. September 2011, 16:38 Uhr | Drucken | Versenden |
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Mammut, Meteorit und Co.
Das Naturkunde-Museum in Bad Dürkheim
Das Pollichia-Museum bietet Raum für große und kleine Naturwunder. Das Museum ist vor drei Jahren modernisiert worden. Dennoch machen besonders die alten Schaukästen und verwinkelten Räume den ganz besonderen Charme des Museums aus.
Von Julia PlantzBöhämmer-Jagd ist so eine Sache. Weil der Bergfink, im Volksmund Böhämmer, im 19. Jahrhundert eine beliebte Ergänzung zum Speiseplan war, war der Vogel oftmals Ziel gut vorbereiteter Jagden, meistens nachts. Dabei wurden Netze unter den Baum gehalten. Die getroffenen Tiere fielen hinein. Die anderen machten etwas, was nicht so klug war, sie rotteten sich weiter zusammen statt davonzufliegen. Behämmert eben. Daher vielleicht der Ausdruck, mutmaßt zumindest eine Tafel am Schaukasten, der eine Jagdszene aus dem 19. Jahrhundert zeigt. Und viel jünger ist der Kasten auch nicht. Gerade diese alten Ausstellungsstücke verleihen dem Museum seinen Charme. Diesen Charme hat es trotz Anbau beibehalten. Wer selbst als Kind im Museum war, wird die alten Lieblingsstücke noch finden. Lernen mit allen Sinnen: Das Museum macht Naturwissenschaft greifbar Gerade für Kinder gibt es nach wie vor viel zu entdecken. Ob von Museumspädagogen geführt, oder auf eigene Faust. Die Mitmachstationen des Museums haben ganze Generationen spielerisch an Naturwissenschaften geführt, sei es der Experimentiertisch mit den Steinen oder das Basteln von Dinosauriern. Besonders schön ist es natürlich, wenn Knöpfchen gedrückt werden können. Ein Modell der Pfalz, dessen Städte und Berge bei Knopfdruck aufleuchten, ist ebenso beliebt wie die Steinkarte in der Mineralienhöhle. Wer dort auf „Diamant“ drückt, sieht es in Afrika und Südamerika hell leuchten. Nicht ganz so hell leuchtet es in der kleinen Kammer mit den Steinen. Hier werden die Mineralien mit verschiedenem UV-Licht bestrahlt. Die bei normalem Licht unscheinbaren Steine leuchten dann in allen Farben des Regenbogens. Für große Eindrücke sorgen ein Mammut-Oberschenkelknochen, das Skelett eines Auerochsen und das neuste Exponat: ein riesiger Eisbär im Eingangsbereich. Der Krähenberg-Meteorit ist da kleiner, aber als Stück aus dem All unbedingt einen Blick wert.
Besonders Kurioses landet im Raritätenkabinett Ein Rundgang im Pfalzmuseum endet in der Regel im Raritätenkabinett im Obergeschoss. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum etwas verändert. „Hier kommt mal was dazu, aber es wird nie etwas weggenommen“, sagt Volker John, zuständig für die Botanik im Haus. In Vitrinen liegen in Flüssigkeit eingelegte Schlangen, stehen exotische Vögel, an den Wänden hängen besonders gruselig guckende Tiere. Hier sei eben alles, was sonst nirgends einen Platz gefunden habe und eben ein bisschen kurios sei, sagt John.Bei Kindern sei der Raum sehr beliebt. Und wer dann noch etwas Zeit, für den ist ein Blick auf die Naturschatzwand im neuen Vortragsraum lohnend. Die kleinen Kästen aus Plastik an der Wand sind gefüllt mit Schätzen aus der Natur, die Museumsbesucher mitgebracht haben. Da findet sich dann neben Kastanien und Steinen die grüne Schale eines Vogeleis. Die haben – so sagt die Tafel – zwei kleine Mädchen gebracht. Weil „die Farbe außergewöhnlich ist“. Das ist auch wieder so eine Sache, die den Charme dieses Hauses ausmacht.
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