| Donnerstag, 21. Januar 2010, 10:49 Uhr | Drucken | Versenden |
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''Fühlt sich an wie eine Zeitreise''
Ein Besuch im Technoseum in Mannheim
Das Mannheimer Technoseum, welches sich seit Jahresbeginn mit einem neuen Namen präsentiert, ist nicht zuletzt wegen der überarbeiteten Dauerausstellung einen Ausflug wert. Seit nun fast 20 Jahren zeigt das Museum seinen Besuchern den technischen und sozialen Wandel vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Das Erfolgsrezept des Technoseums besteht aus der Kombination von erlebbarer Technikgeschichte und der Darstellung ihrer Auswirkungen auf das soziale Leben.
Das Technoseum präsentiert auf sechs Etagen die technischen Entwicklungen der letzten 200 Jahre. Angesichts der umfassenden Ausstellung unter anderem zur Alltagskultur, Verkehrs,- Medizin- und Elektrotechnik, staunen nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. "Wie hart die Arbeits- und Lebensbedingungen früher waren, das kann man sich in der heutigen Wohlstandsgesellschaft gar nicht mehr vorstellen", sagt ein Besucher aus Ludwigshafen beim Anblick der Weberei und Papiermühle.Lebendige Vergangenheit Große Augen gibt es auch bei dem Nachbau des Benz-Patent-Motorwagens. "Da fehlt doch das Lenkrad“, stellt ein Grundschüler fest. Dass dies der Vorbote des späteren Autos sein soll, können sich vor allem Kinder kaum vorstellen. "Die erste Fahrt mit dem Motorwagen unternahm Berta Benz. Sie fuhr von Mannheim nach Pforzheim mit Waschbenzin im Tank, wodurch die Apotheke quasi zur Tankstelle wurde", erläutert die Museumspädagogin. Allerdings gibt es nicht nur Dinge zu bestaunen, sondern auch auszuprobieren. Der riesige hölzerne Tretkran beeindruckt nicht nur durch seine gewaltigen Ausmaße, sondern lädt auch dazu ein, ihn selbst in Bewegung zu setzen. Auch am Laufrad, welches symbolisch für den Wunsch nach mehr Mobilität steht und Vorläufer des heutigen Fahrrads ist, kann man sich ausprobieren. Dabei lässt sich erahnen, wie selbstverständlich Mobilität in unserer heutigen Zeit geworden ist und wie mühevoll es für die Menschen gewesen sein muss, längere Strecken zu bewältigen. Technikgeschichte zum Anfassen Beim Thema Mobilität spielt besonders die Erfindung der Eisenbahn eine entscheidende Rolle. Bei einer Fahrt mit der Museumseisenbahn, bestehend aus der Dampflok „Eschenau“ und einem Personenwagen, kommen große und kleine Eisenbahnliebhaber auf ihre Kosten. "Fühlt sich an wie eine Zeitreise", staunt ein Besucher angesichts der dampfenden und lärmenden Lok, "da wird einem auch klar, warum die Menschen früher von den Dampfloks in Angst und Schrecken versetzt wurden". Selbst aktiv werden kann man auch bei den zahlreichen Experimentierstationen. Das interaktive Angebot dient dem spielerischen Begreifen und bringt Technikgeschichte zum Anfassen nahe. Jedoch versteht sich das Technoseum nicht als "Science Center", sondern als Museum. Zwar bietet das Technoseum seinen Besucher insbesondere im Rahmen der Elementa-Ausstellung zahlreiche Mitmach-Stationen, aber das Sammeln und Bewahren von historischen Exponaten sowie die Darstellung technischer Entwicklungen und ihren Einfluss auf die Lebens- und Arbeitswelt stehen im Vordergrund. Zurück in die Zukunft Dass die Vergangenheit auch zukunftsweisend sein kann, wird beispielsweise anhand der Wasserkraftmaschine oder der Kolbendampfmaschine deutlich. Schon kurz nach der Jahrhundertwende wussten die Menschen die "weiße Kohle" als Energiequelle zu nutzen. "Heute würde man wohl von grüner Energie sprechen", meint eine Besucherin. Jedoch erzählt das Technoseum nicht nur die Geschichte der Technik, sondern dokumentiert auch ganz junge Entwicklungen, wie die Bionik. Bei dieser Kombination aus Biologie und Technik werden Menschen, Umwelt und Technik aufeinander bezogen. Beispielsweise verrät die Bionik-Ausstellung, warum der Uhu zum Vorbild vieler akustischer Geräte wurde. Auch die Nano-Ausstellung, die im März eröffnet wird, widmet sich einer neuen Technologie und lädt zu einer Entdeckungsreise ins geheimnisvolle Reich der Atome und Moleküle ein. (hal)
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