Pfalzliebhaber sind auch Hedwig Herberger und Rainer Gumpp, die zusammen mit RHEINPFALZ-Redakteur Rolf Schlicher dieses Rotenstein-Picknick vorbereitet haben: Ziegenkäse-Muffins, Fleischpastete und Erdbeerkuchen mit Sahne wird es geben. Doch wie bringt man einen Erdbeerkuchen im Rucksack heil hier hoch? Rainer hat die einfache und überzeugende Lösung: Der Mürbeteigboden bleibt in der Backform, die Erdbeeren werden gesondert in einer Dose transportiert und die Sahne erst auf dem Rotenstein verarbeitet.
Klack, klack, klack macht die Sahnemaschine. Ein mechanischer Oldtimer, wohl 60, 70 Jahre alt. „Ich habe damit schon als Kind zu Hause immer die Sahne geschlagen“, sagt Hedwig. Klack, klack, klack. Picknicken kann so schön sein, wenn man zuvor an alles gedacht hat. Diese Sahnemaschine ist eine Blechdose, in die ein Metallstampfer mit drei Siebscheiben eingesetzt ist. Den muss man einfach hoch und runterziehen. Es geht überraschend schnell. Noch ein paar mal klack, klack, klack und die Sahne ist steif.
Gut, dass Hedwig gerne alte Dinge aufbewahrt. Denn wer sich heutzutage solch eine antiquarische Maschine zulegen möchte, muss lange suchen. Unter den 14.000 zeitgeschichtlichen Objekten, die beispielsweise der hessische Requisitenfundus „Profilm“ an Museen, Werbefotografen oder Filmteams verleiht, befindet sich auch eine Klack-Kack-Klack-Sahnemaschine aus dem Jahr 1946. Für 20 Euro am Tag kann man sie ausleihen! Sapperlott.
Die drei Tester machen ihren eigenen Film. Es ist ein sonniger Nachmittag. Vom Rotenstein aus entdeckt der Blick den Luitpoldturm auf dem Weißenberg, die Dahner Berge, ja sogar den Maimont, den 513 Meter hohen Grenzberg zwischen Deutschland und Frankreich. Warum lieben viele Menschen Fernsichten? „Um die Seele schweifen zu lassen“, meint Hedwig. Dieses Panorama-Picknick ist eine Hollywood-Schaukel für die Seele.
Vor dem Erdbeerkuchen gibt es die selbstgemachte Fleischpastete. Schweinebauch, Entenbrust und Hühnerleber hat Hobbykoch Rainer dafür als Zutaten gewählt. Köstlich. Doch er ist manchmal ein kritischer Mensch: „Sie ist zu grobkörnig, das nächste Mal nehme ich besser zwei Eier.“
Widerspruch. Nein, die Pastete ist eine feine Sache. Das liegt nicht zuletzt an Rainers Gewürzmischung, die er „Geheimpfeffer“ nennt. Kardamom und Koriander kommen da mit in die Pfeffermühle. Auf dem Rotenstein-Plateau gibt es eine Feuerstelle, an den Wänden der Schutzhütte hängen gleich mehrere Grillgitter. Man sieht, dass sie häufig benutzt werden. Doch mit dieser Pastete auf dem Pappteller gibt es keine anderen Verlockungen – auch nicht Grill-Bratwürstchen.
Als der Wasgau nach dem Gewitter wieder aus dem Dunst auftaucht, hat er ein anderes Gesicht: Wolkenfontänen reißen über den Dahner Bergen hoch. Kurzer Abwasch im Regenwasser, das vom Hüttendach tropft. Alles kommt wieder in die Rucksäcke, auch der Abfall natürlich. Dann der Abstieg nach Hinterweidenthal.
„Note 2 minus“, lautet Rainers Picknickplatz-Testurteil. Donnerwetter. Er ist eben ein kritischer Mensch. Die beiden anderen meinen dagegen: Ein Picknick auf dem Rotenstein ist allererste Sahne. (ros/Platztipp: Heinz Illner)
So geht es weiter:
Nächste Folge: Hausmacher, Liptauer und Pfälzer Mandelplatte auf dem Donnersberg.










