Dass Jens Blanks Film in den Wettbewerb für die Hochschulen eingeladen wurde (Hauptpreis 15.000 Euro, 13 Filme wurden angenommen), ist schon die dritte Hürde, die der gebürtige Kölner nimmt, ohne dass er so recht weiß, wie ihm geschieht. "Ich habe mich bei diversen Kunsthochschulen in Deutschland beworben, da lag auch ein Prospekt der Uni London herum. Ich dachte, bewirb' dich mal, die nehmen dich doch nicht. Aber es hat geklappt. Von 2003 bis 2007 habe ich Illustration und Design studiert, mich schon auf Animation spezialisiert. Dann habe ich ein Jahr freischaffend in Studios in London gearbeitet und gemerkt, dass mir die technischen Dinge Spaß machen, ich aber lieber eigene Ideen verwirklichen will. Also habe ich mich an der National Film und Television School (NFTS) im Fach Filmanimation-Regie beworben. Wieder dachte ich, es wird schwer, weil die nur acht Leute pro Jahr nehmen. Es hat wieder geklappt. Ich habe zwei Jahre studiert, den Master mit 'Cooked' (gekocht) gemacht – und nun bin ich hier."
Den Film hatte die NFTS eingereicht, er gilt natürlich als britische Produktion. Jens ist das egal: "Ich fühle mich als Deutscher". Die Idee, mit Tieren als Menschencharakteren zu arbeiten, fand er reizvoll, "weil man stereotypisieren kann, ohne mit dem Finger auf Makel zu zeigen".
13 Monate Arbeit in Sieben-Minuten-Film gesteckt
13 Monate hat er an "Cooked" gearbeitet, seit Januar ist der Animationsfilm mit den putzigen Figuren fertig. Alles entstand digital, die Software heißt Maya. "Ich nenne es zweieinhalb D. Es ist mit 3D-Software gemacht, aber die Charaktere sind flach, ich kann sie jedoch in einen dreidimensionalen Raum setzten. Daher kommt der Look, der mehr in Richtung Illustration geht als in die Pixar-ähnlichen Sachen."
Jens rät anderen jungen Kurzfilmern, sich auch bei der Cinéfondation zu bewerben. Erlaubt sind kurze und mittellange Filme von Studenten an Filmhochschulen weltweit. "Man muss nichts bezahlen. Jeder Student kann seinen Film hinschicken, das wissen viele nicht. Man denkt: Cannes! O Gott, da kann man nur seinen Film drin haben, wenn man berühmt ist", sagt Jens.
Anreise auf eigene Kosten
Die Cinéfondation lädt den Regisseur und fünf Teammitglieder für vier Tage ein. In ein kleines nettes Apartmenthotel, nicht ins Carlton, das ist wirklich für die Stars. "Den Flug muss man selber bezahlen, aber den haben British Councel und British Film Councel bezahlt – ebenso wie den Transfer auf 35-Millimeter-Film, den Cannes verlangte".
Am heutigen Freitag läuft Jens Blanks Film im Wettbewerb – vielleicht hat er ja wieder Glück und ihm gelingt das, was dem Pfälzer Michael Schorr aus Landau im Jahr 2000 in der Cinéfondation leider nicht vergönnt war: einen der drei Preise zu gewinnen.







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