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Landau

Wohnen in Landau wird immer teurer

Landau XXL. Wohnpark Am Ebenberg. Porsche-Ansiedlung. Die Stadt boomt. Das ist keine Übertreibung. Jeder, der in die Südpfalzmetropole zieht, merkt schnell: Wohnen ist teuer. Viel teurer als früher. Zwei Studien beleuchten die Mietpreisentwicklung – mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Von Falk Reimer

 

Kaum auf dem Markt, ist eine Wohnung in Landau auch schon wieder verkauft oder vermietet. ( Karikatur: Ritter)

Der Mietpreis steigt. Das ist der Punkt, in dem sich die beide Studien einig sind, die jetzt neu auf dem Tisch liegen. Die eine Untersuchung ist die „Wirtschaftlichkeitsanalyse für das kommunale Wohnen in der Stadt Landau“. Das Rathaus hat sie bei der Beratungsfirma Luwoge Consult in Auftrag gegeben, um herauszufinden, ob es sich lohnt, eine Wohnungsbaugesellschaft ins Leben zu rufen. Eine Analyse der Mietpreise gehört dazu. Die andere Studie ist vom Empirica-Institut, ihre Ergebnisse sind im Internet über die Seite des unabhängigen Recherchezentrums Correctiv abrufbar.

Beide Ergebnisse sind eindeutig: Es geht steil nach oben. Die Studie der Stadt stellt einen deutlichen Anstieg in jedem Preissegment fest. Am stärksten sei der Anstieg unten: Die günstigsten Wohnungen – ihr Anteil liegt bei zehn Prozent – haben von 4,96 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2008 auf 5,83 Euro im Jahr 2014 zugelegt. Also: Günstiger Wohnraum wird rar.

Luwoge Consult stützt sich auf die Zahlen des Unternehmens Immo-Scout24. Im November 2016 lag der durchschnittliche Preis der über Immo-Scout vermittelten Wohnungen bei 9,65 Euro pro Quadratmeter, schreibt die Studie im Auftrag der Stadt. Das ist ein deutlicher Unterschied. Im März lag der Preis laut Immo-Scout schon bei 10,65 Euro.

Hier widerspricht die Empirica-Studie. Der durchschnittliche Mietpreis lag laut dem Institut im vergangenen Jahr bei 7,92 Euro pro Quadratmeter. Das ist ein deutlicher Unterschied. Von 2012 bis 2016 sei der Mietpreis um fast ein Viertel gestiegen (exakt: 24,3 Prozent).

Makler Stephan Getto klärt auf, warum der Mietpreis bei Immo-Scout höher ist. Er erläutert dies an einem Beispiel. Eine Wohnung mit 40 Quadratmetern koste 450 Euro. Daraus berechne sich dann der Quadratmeterpreis, also 11,25 Euro. Dazu kommt ein Stellplatz in einer Garage, der mit 50 Euro zu Buche schlägt, und eine Einbauküche für 35 Euro monatlich. Der Makler weise die Preise getrennt aus, Immo-Scout eben nicht. Die Firma beziehe alles mit ein. Macht also 535 Euro für die Wohnung, Preis pro Quadratmeter: 13,38 Euro.

Ein weiterer wichtiger Pfeiler unterscheidet die Daten der beiden Anbieter. Über die Internetseite von Immo-Scout24 können Privatpersonen und Makler ihre Wohnungen anbieten und in Kontakt miteinander treten. Der Online-Makler erfasst in seinen Daten aber naturgemäß nur die Wohnungen, die über ihn vermittelt werden. Denn die Mietpreise bewohnter Gebäude kennt Immo-Scout nicht. Der Firma entgeht auch, wenn ein Makler im Spiel ist oder Privatgeschäfte über Zeitungsannoncen laufen.

Empirica hingegen benutzt unterschiedliche Quellen und nach eigenen Angaben eine breitere Datenbasis. Also nicht nur Immo-Scout.

Immerhin: Die Studien vermitteln einen Eindruck davon, wie rasant die Preise auf dem Landauer Wohnungsmarkt steigen – trotz der Mietpreisbremse.