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Südwest

Wissenschaftsminister Wolf will Studierende im Land halten

RHEINPFALZ-Redaktionsgespräch: SPD-Politiker will Hochschulgesetz erst nach Zukunftsdialog mit Betroffenen reformieren

Von Arno Becker

 

Diskussionsfreudig: Professor Konrad Wolf gestern in der RHEINPFALZ-Redaktionskonferenz. (Fotos: Kunz)

LUDWIGSHAFEN. Den weiteren Ausbau dualer Studiengänge, also die gleichzeitige Ausbildung an einer Hochschule und in der betrieblichen Praxis, sowie die Gewinnung von ausländischen Studierenden zählt der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) zu den wichtigen Handlungsfeldern, um die Zukunft der Hochschulen im Land zu sichern.

 

Dies verdeutlichte Wolf im Gespräch mit RHEINPFALZ-Redakteuren gestern in Ludwigshafen. Zentrale Themen der Hochschulen in den zurückliegenden Jahren seien die Bildung von Forschungsschwerpunkten und die Gewinnung von Drittmitteln sowie der Hochschulpakt von Bund und Ländern gewesen, mit dem auf die stetig wachsende Anzahl von Studierenden reagiert worden ist.

Jetzt will Wolf einen Diskussionsprozess mit den fünf Universitäten und sieben Hochschulen des Landes starten. Teil davon sei die in der vergangenen Woche angekündigte Arbeit einer Expertenkommission, die zu Zukunftsempfehlungen führen soll. Eine Frage sei dabei, wie „schaffen wir es, die Hochschulen so attraktiv zu halten, dass junge Menschen in der jeweiligen Region bleiben“ und nicht in die Ballungszentren abwandern. Zum Beispiel müssten die Studienangebote auf den jeweiligen Fachkräftebedarf ausgerichtet werden.

Von den Ergebnissen dieser Zukunftsdebatte will Wolf auch die Inhalte der von der Regierungskoalition angekündigten Reform des Hochschulgesetzes abhängig machen. SPD, FDP und Grüne haben unter anderem angekündigt, die Rechte der Hochschulen bei der Berufung von Professoren zu stärken und in den Hochschulen mehr Beteiligungsrechte zu schaffen. Bei diesen Themen seien die Vorstellungen der Hochschulen unterschiedlich, sagte Wolf. Dem solle die Gesetzesreform Rechnung tragen.

In ihrer Koalitionsvereinbarung machen sich die Regierungsparteien auch für ein Semesterticket stark, mit dem die Studierenden landesweit öffentliche Verkehrsmittel benutzen können. Die Vereinbarung eines solchen Tickets sei Sache der Studierendenwerke und der Verkehrsverbünde, dämpfte Wolf Erwartungen. Das Land könne das Thema nur anstoßen, aber nicht selbst entscheiden.

Wolf sprach sich indirekt gegen die Aufspaltung der Universität Koblenz-Landau in zwei eigenständige Unis aus. Verbindendes Element sei weiterhin die Lehrerausbildung. Der Standort Koblenz habe einen Informatik-, der Standort Landau einen Umweltschwerpunkt gebildet. Kritisch äußerte sich Wolf zur Diskussion um eine „deutsche Leitkultur“. Deren rechtliche Rahmenbedingungen seien im Grundgesetz festgelegt, die Inhalte historisch gewachsen und ständig in Veränderung begriffen.

 

Im Netz

Die RHEINPFALZ berichtet auch in ihrem Online-Tagebuch über den Besuch des Ministers unter: blog.rheinpfalz.de