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Sonntag, 24. September 2017

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Ludwigshafen

Ritterturniere vor den Festungsmauern

Nils auf Weltreise: In der Altstadt von Carcassonne in Südfrankreich sieht es heute noch fast so aus wie im Mittelalter

Vor den mächtigen Festungsmauern von Carcassonne kommt man sich als Biber ganz schön klein vor. Die Stadt diente schon als Filmkulisse für den Hollywood-Hit „Robin Hood – König der Diebe“ mit Kevin Costner. ( Foto: büg)

Schon immer wollte ich mir anschauen, wie eine Stadt im Mittelalter aussah. Einer der besten Plätze, wo man das heute noch erleben kann, ist Carcassonne in Südfrankreich. Das liegt von Ludwigshafen aus über 1000 Kilometer entfernt. Der Ort ist viel älter als unsere Stadt, die ja erst gut 150 Jahre alt ist.

 

Natürlich wurden auch in Carcassonne viele neue Häuser gebaut. Aber nicht in der Altstadt, die an einem Fluss auf einem Hügel liegt. Wenn man sich ihr nähert, hat man das Gefühl, man hätte einen Sprung durch die Zeit direkt ins 13. Jahrhundert gemacht. Eine mächtige Festungsmauer mit vielen Türmen taucht vor meinen Augen auf. Da komme ich mir als Biber ganz schön klein vor.

Zuerst komme ich an ein großes Stadttor, das für alle Besucher geöffnet ist. Auf einer hölzernen Zugbrücke überquere ich den tiefen Graben, der im Mittelalter voll mit Wasser war. Noch bin ich nicht in der Stadt, denn nach ein paar Metern kommt ein zweites Tor. Selbst wenn ein paar Ritter es geschafft hätten, den Wassergraben und die erste Mauer zu überwinden, wären sie danach vor einer noch höheren Festungsmauer gestanden. Und überall auf den Mauern und Türmen standen im Mittelalter Bogenschützen und konnten die Angreifer mit ihren Pfeilen eindecken.

An der Seite hin zum Fluss und zur heutigen modernen Stadt gibt es keinen Graben, aber einen steilen Abhang. Bei diesen großartigen Verteidigungsanlagen ist es kein Wunder, dass die Stadt niemals von Feinden erobert oder zerstört wurde. Deshalb blieb hier alles so erhalten, wie es vor 700 Jahren war. Weil Carcassonne so eine Sehenswürdigkeit ist, kommen im Sommer natürlich viele Touristen hierher. Da muss ein kleiner Biber wie ich aufpassen, dass mir niemand auf die Füße tritt. Überall in den kleinen Häusern gibt es Läden und Geschäfte mit Angeboten für Touristen.

Trotzdem bekommt man ein Gefühl davon, wie damals die Leute hier gelebt haben, die keine Ritter waren. An tiefen Ziehbrunnen wurde das Wasser hochgeholt. Noch heute findet man Häuser mit Werkstätten von Schneidern, Schuhmachern, Seifenherstellern und Töpfern. Auch für Kinder gibt es jede Menge interessante Sachen zu sehen. Sie haben die Gelegenheit, sich von Kopf bis Fuß in kleine Ritter zu verwandeln. Schwerter, Schilde, Helme und Kettenhemden, alles nur erdenkliche Zubehör gibt es zu kaufen. Im Sommer werden richtige Ritterturniere abgehalten, wo Reiter mit Lanzen ihre Zweikämpfe austragen. Natürlich ist alles nur Show, es wird niemand verletzt.

|büg